| Stadtbezirk des Lärms |
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Der Stadtbezirk Mengede ist ein Bezirk des Lärms.
Umgeben und durchkreuzt von Bundesautobahnen, stark frequentierten Landes- und Stadtstraßen und natürlich durchpflügt von Schienenverkehren, das ist der Stadtbezirk Mengede. Bis auf wenige ruhige Inseln gibt es Straßen und Schienenlärm bei Tage und nachts. Gerade die nächtens stark befahrenen Schienentrassen teilen die Gemüter und Meinungen der Menschen. Zum einen ist es unumgänglich, den Personen- und Güterverkehr mit Bahnen zu bewältigen. Zum anderen herrscht jedoch Unverständnis bei Anrainern der örtlichen Bahnstrecken ob der zunehmenden Lärmentwicklungen vor. „Die Bahn tut nichts“ und die Stadt erst recht nichts, um uns Bürger vor Lärm zu schützen, so hört man allenthalben aus den erregten Stimmen. Dieses stimmt zwar so nicht ganz, denn die Bewohner der Siedlung Erdbeerfeld wurden seit Baubeginn vor Lärm der Bahnstrecke geschützt, für die „Alteingesessenen“ jedoch gilt es um so mehr. Gerade die Bewohner der Siedlungen „Luisenplatz“ „Im Apen“ entlang der Roonheide und Wodeacker / Sperlingstrasse und der Mengeder Str. beklagen den nächtlichen Lärm der Güterzüge. Vermehrt trägt seit 2 Jahren die Zunahme der Geräuschentwicklung entlang der Autobahnen zum Unmut der Anrainer bei. Sowohl westlich (A 45) nördlich (A 45 und A42) als auch östlich (A 2) ist Mengede mit Autobahnen „gesegnet“. Seit dem 6-spurigen Ausbau der A2 finden regelmäßig Protestaktionen bis hin nach Derne und Eving statt. Bisher ohne zählbaren Erfolg. Hier würde die Herabsetzung der Geschwindigkeit, sowie eine Nachbesserung der Schallschutz Wände Abhilfe schaffen. Gleiches gilt für die A 45, die nach der Fahrbahnanhebung deutlich lautere Tages- und Nachwerte hervor bringt. Denn die Fahrbahn wurde um ca. 50cm angehoben, nicht jedoch die Lärmschutzanlagen. Anwohner aus Oestrich, Bodelschwingh und Westerfilde hatten sich Hilfe suchend an uns Grüne gewendet. Die an mehreren Stellen durchgeführten Messungen zeigten auf, dass nächtliche Werte über 75dbH keine Seltenheit sind. Der Bitte um eine Weiterführung der Geschwindigkeitsbegrenzung auf 100 Km/h, die zwar von der B1 in Richtung Norden existiert, jedoch vor Westerfilde endet, wurde bisher eine Ablehnung erteilt. Hier sollte schnell eine Nachbesserung erfolgen. Fakt ist, dass der LKW Verkehr seit der nächtlichen B1 Sperrung stark zugenommen hat. Zusätzlich sollte der Ausbau des Parkplatzes an der A45 (Westerfilde) im Fokus bleiben. Planungsunterlagen über schalllenkende Maßnahmen sehen vor, zwar schlafenden Brummifahrern verdiente Ruhe zu ermöglichen, welche Auswirkungen diese Wände aber auf die Häuser in der Nähe des erweiterten Parkplatzes hätte, wurde nicht bekannt gegeben.
Die Grünen im Stadtbezirk haben seit 2007, nach etlichen Beschwerden aus der Bevölkerung, mit eigenen Lärmmessgeräten eine Dokumentation des Lärms vorgenommen. Die Werte sind alarmierend. Stadtbezirksübergreifende Messungen wurden von uns auch an der Bahnlinie in Deusen und an der Somborner Str. in Lütgendortmund vorgenommen. Die Bahn AG hat darauf hin für Deusen bereits angekündigt, 75% der Kosten für Schallschutzfenster an mehreren Häusern zu übernehmen. Grundlage der Beschwerde bildeten dort die „Grünen“ Messprotokolle. Die Siedlerbund Deusen will jedoch noch mehr Schutz erreichen und die Aussichten darauf sind gut, so der Vorsitzende des Siedlervereins. Da der Lärm nicht nur ein Mengeder Problem darstellt, setzten wir zunächst die Hoffnung auf die Lärmaktionsplanung der Stadt Dortmund.Aber von dieser Seite wird auf Zuständigkeiten des Landes (Landes-Straßen-NRW) sowie des Bundes (Bahnverkehr) hingewiesen. Auch die örtliche SPD versucht sich an diesen Themen. Der Landtagskandidat Armin Jahl möchte wohl das Lärmproblem besetzen. Bis her aber nur mit Sprechblasen. Die Grüne Fraktion in der BV Mengede hatte explizit das Thema „Gemeinsam gegen Lärm“ in seine Verhandlungen mit der SPD aufgenommen. Mit dem negativen Erfolg, dass Jahl seine Genossen jetzt alleine, ohne uns, auf diese Linie bringen möchte. Wir Bündnis-Grüne in Mengede wissen, auch aus Erfahrung früherer Zusammenarbeit, dass sich unserer Landtagskandidatin Daniela Schneckenburger für den Schutz vor Lärm stark machen wird.
Ist-Zustand im Stadtbezirk Mengede: Da bereits die offiziellen, auf Computer Berechnungen basierenden Messwerte online einzusehen sind, (siehe Links dazu) werden diese mit den eigenen vor Ort per Lärmmessgerät festgestellten Erfahrungswerten verglichen und von uns, zusammen mit Experten, thematisiert werden. Abhilfe für Betroffene kann zwar zum derzeitigen Zeitpunkt niemand garantieren, die Aufnahme des Stadtbezirks in den Lärmaktionsplan der Stadt Dortmund ist jedoch das erste Ziel, das zu erreichen gilt. Wenn dann öffentliche Gelder vorhanden sind, muss den Bürgerinnen und Bürgern über lärmmindernde Maßnahmen (z.B. Lärmschutzfenster, herabsetzen der nächtlichen Geschwindigkeiten (Bahnlinien und Autobahnen), sowie geräuschmindernde Maßnahmen an den Trassen) geholfen werden.
Die Messdaten des Straßen- und Schienenverkehrs können nachgeforscht werden unter: http://www.umgebungslaerm-kartierung.nrw.de/laerm/viewer.htm http://laermkartierung.eisenbahn-bundesamt.de/
Ein amtlicher Hinweis als Runderlass LärmaktionsplanungRdErl. d. Ministeriums für Umwelt und Naturschutz,Landwirtschaft und Verbraucherschutz - V-5 - 8820.4.1vom 7.2.2008 Dort heißt es in der Einleitung: 1 Allgemeines Bei Vorliegen der Voraussetzungen des § 47d BImSchG haben die GemeindenLärmaktionspläne aufzustellen, mit denen Lärmprobleme und Lärmauswirkungen geregelt werden. Die Grundlage von Lärmaktionsplänen bilden Lärmkarten, die gemäß § 47 c BImSchG erstellt werden. Sie erfassen - bestimmte Lärmquellen in dem betrachteten Gebiet, - welche Lärmbelastungen von ihnen ausgehen und - wie viele Menschen davon betroffen sind.Sie machen damit die Lärmprobleme und negativen Lärmauswirkungen sichtbar.
Manfred Jockheck Dortmund, den 12.03.2010 |







