Groppenbruch erhalten PDF Drucken E-Mail

Groppenbruch erhalten 

Das interkommunale Gewerbegebiet Groppenbruch – offensichtlich eine weitere nie-endende Geschichte.

 

Nachdem 2004 – damals noch zu Zeiten der rot-grünen Koalition im Dortmunder Rat – auf Betreiben der Grünen das interkommunale Gewerbegebiet Groppenbruch zu den Akten gelegt worden war, startet nun Wirtschaftsförderer Udo Mager nach dem Bruch der rot-grünen Zusammenarbeit auf Ratsebene einen erneuten Versuch diese Fläche als Industrie- und Gewerbefläche ins Gespräch zu bringen. Diesmal erfolgreicher, wie es scheint.

So stimmten am 8. Juli 2010 SPD, CDU und FDP im Rat der Stadt Dortmund dem „Masterplan Wirtschaftsflächen 2010“ zu, der beabsichtigt die in 2004 eingestellten Planungen zur Ausweisung des 30 ha großen Gewerbegebiets an der Grenze zu Lünen-Brambauer wieder aufzunehmen. In einem zusätzlichen Antrag forderte die SPD sogar, prüfen zu lassen, ob auf diesem Areal nicht sogar Industrieansiedlung möglich ist.

Die Konsequenzen für Flora und Fauna wären verheerend: ein reich strukturierter Freiraum in unmittelbarer Nachbarschaft zu drei Naturschutzgebieten würde damit unwiderruflich zerstört. Neben Ackerflächen für die Landwirtschaft gingen ein wichtiger Lebensraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten verloren.

Und das, obwohl in Dortmund genügend bereits erschlossene Gewerbeflächen zur Verfügung stehen ... und auch das Gewerbegebiet  Achenbach in unmittelbarer Nähe auf Lüner Seite noch genügend freie Flächen bietet.

 

 

Verfügbare, zum Teil erschlossene Gewerbegebiete auf Dortmunder Gebiet:

- Zeche Hansa, Huckarde, 49.000 m²

- Zeche Minister Stein, Eving, 32.600 m²

- Zeche Gneisenau, Derne, 151.800 m²

- Hohenbuschei, Brackel, 58.800 m²

- Dorstfeld-West, 45.100 m² 

Weitere verfügbare Flächen:

- Westfalenhütte

- Phönix-West

- Phönix-Ost 

Mit erheblichen Aufwendungen wurden ehemaligeStandorte der Montanindustrie als Gewerbegebiete saniert. Sie sind voll erschlossen, gut an das öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen - doch sie werden nicht genutzt!

Daher die Forderung der Grünen:

Bestehende Gewerbegebiete vorrangig vermarkten.

 

 

Und so sind es - wie bereits vor sechs Jahren -  wieder einmal die Grünen, die zusammen mit Naturschützern, Anwohnern, Landwirten und Jägern gegen dieses Wahnsinnsprojekt angehen. Mit unterschiedlichsten Aktionen wollen alle gemeinsam den Erhalt dieses wichtigen Grünzugs erreichen. 

26.07.2010 (Montag): Ortstermin der Grünen Ratsfraktion, der Mengeder Grünen, von Naturschützern, Anwohnern und Landwirten im Groppenbruch. Die Begehung macht deutlich, welche große ökologische Bedeutung dieser gesamten Fläche zukommt.

14.08.2010 (Samstag): Info-Stand zu Groppenbruch auf dem Mengeder Markt mit über 250 Unterschriften gegen das geplante Gewerbegebiet und die Zerstörung der wertvollen ökologischen Fläche innerhalb von vier Stunden.

11.09.2010 (Samstag): Ein weiterer Info-Stand zu Groppenbruch auf dem Mengeder Markt. Und wieder werden Unterschriften gesammelt. Ebenso auf dem Hoffest von Gut Königsmühle.

19.09.2010 (Sonntag): Wanderung entlang des Herrentheyer Bachs. An dieser Groppenbruch-Exkursion nimmt - neben Mario Krüger (Grüne), Thomas Quittek (BUND) und vielen anderen - auch Udo Mager, Geschäftsführer der Dortmunder Wirtschaftsförderung, teil.

 

 

Auswirkungen hat das Abstimmungsverhalten der SPD möglicherweise auch auf die noch bestehende Zusammenarbeit von SPD und Grünen in der Mengeder Bezirksvertretung. Hier hatten SPD und CDU bereits vor der Ratssitzung, nämlich am 6. Juli 2010, dem „Masterplan Wirtschaftsflächen 2010“ und damit den Planungen für ein interkommunales Gewerbegebiet zugestimmt. Allein Grüne und Linke hatten dagegen votiert.

Ein Bruch der Mengeder rot-grünen Koalition ist durch dieses Abstimmungsverhalten nun nicht mehr auszuschließen.

Denn die Vereinbarung von SPD und Grünen, die im Oktober letzten Jahres unterzeichnet wurde, besagt eindeutig, dass beide Fraktionen „politische Entscheidungen einvernehmlich treffen“. Und: “falls eine Einigung nicht erreicht werden kann, trifft die das gemeinsame Arbeitsprogramm tragende Delegation beider Parteien/Fraktionen im Bedarfsfall eine Entscheidung“.

Zudem steht im Koalitionsvertrag, dass beide Parteien darauf hinwirken, „dass seitens der Verwaltung der Erhalt, Ausbau und die Vernetzung der regionalen Grünzüge und eines intakten Biotopverbundsystems weiter forciert werden.“

Ein klärendes Gespräch mit der SPD war jedoch vor der Sitzung der Mengeder Bezirksvertretung nicht möglich, geschweige denn eine Vereinbarung wie etwa im Stadtbezirk Brackel, wo SPD und Grüne sich bei der Entscheidung über weitere Gewerbeflächen (hier: Buddenacker) gemeinsam enthalten haben. 

Im schlimmsten Fall kann es also in Mengede zu einem "Bruch mit der SPD" kommen (Artikel von Matthias vom Büchel in den Ruhr-Nachrichten, 03. August 2010). Auf jeden Fall muss jetzt erst einmal "Tacheles geredet werden" (Manfred Jockheck im Interview mit Dietmar Nolte vom Westanzeiger, 04. August 2010). 

 

 

 

Das klärende Gespräch mit der SPD fand dann am 31. August 2010 statt. Beide Seiten machten deutlich, dass sie an einer Weiterführung der Zusammenarbeit in der Bezirksvertretung festhalten wollen. Denn die bisherige gemeinsame Arbeit kann sich sehen lassen: eine Vielzahl von Projekten wurden gemeinschaftlich vorangetrieben und erfolgreich umgesetzt (Pressemitteilung vom 29. September 2010). Allein in Hinblick auf die Zukunft des Groppenbruch-Areals bleiben die Standpunkte unverändert. Die Mengeder Grünen lehnen eine Gewerbeansiedlung kompromisslos ab und wollen den jetzigen Zustand im Groppenbruch erhalten. Die SPD in Mengede möchte zwar keine Industrieansiedlung, kann sich allerdings Gewerbe auf dem Gelände durchaus vorstellen. Letztendlich wird die Entscheidung, was zukünftig mit der Fläche geschehen soll,  jedoch nicht vor Ort - also in Mengede - getroffen, sondern der Rat der Stadt Dortmund ist es, der die Weichen stellt und entscheidet. 

Somit geht der Kampf um den Erhalt der ökologisch so wichtigen Fläche weiter, jedoch nicht an dieser Stelle, sondern in meinen Blogs. Also dort weiterlesen und immer auf dem neusten Stand sein.

 

 
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