Groppenbruch-Aus (?) PDF Drucken E-Mail

Groppenbruch-Aus (?)

 

16.01.2012

Franny hat mich gerade darüber informiert, dass die Landwirte am Montag, 23.01.2012, um 11.30 Uhr im Groppenbruch am Brockenscheidter Weg (Vedder Wiese) eine Präsentation der Flächenverbrauchsuhr planen. Eine entsprechende E-Mail erreichte mich auch von Isabella Knappmann.

Die Flächenverbrauchsuhr zeigt an, wieviel landwirtschaftlich genutzte Flächen täglich durch Überbauung verloren gehen. Das sind mehr als 130 Fußballplätze am Tag.

Neben den Landwirten im Groppenbruch und dem Kreisverbandsvorsitzenden des Landwirtschaftsverbandes Westfalen-Lippe werden auch einige Mitstreiter der Interessengemeinschaft mit einem Stand vor Ort vertreten sein. Wer also zu dieser arbeitnehmerunfreundlichen Zeit dabei sein kann, der möge doch bitte kommen. 

Wir werden auch die Presse auf diese Aktion aufmerksam machen.

Denn: noch ist nichts in trockenen Tüchern. Wie ich heute von Mario Krüger erfuhr, werden der AUSWI und der Ausschuss für Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung letztendlich entscheiden, ob es mit Groppenbruch weitergeht. Und Wirtschaftsförderer Udo Mager sagte noch am vergangenen Samstag (14.01.2012) in der WR: "Mein Ziel bleibt eindeutig die Entwicklung der Fläche zum Industriestandort." 

 

12.01.2012 

Ein  Anruf gestern (11.01.2012) von Frau Dönnewald von den Ruhr-Nachrichten brachte ein unerwartetes verspätetes Weihnachtsgeschenk – nicht nur für mich, auch für alle Mitstreiter, die nun schon seit Jahren gegen das geplante Industrie-/Gewerbegebiet Groppenbruch gekämpft haben.

Groppenbruch steht vor dem Aus! Das war die frohe Botschaft. Ein Gewerbegebiet im Groppenbruch wird zu teuer.

 

So jedenfalls scheint die Tendenz in der von der Stadt in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie zu lauten, die inzwischen in Ansätzen öffentlich geworden ist.Die Studie schließe mit einem ökologisch wie ökonomisch sehr schwierigen Ergebnis ab. Der Aufwand für die Erschließung und den nötigen Ausgleich sei enorm. Die Flächen könnten nur zu einem sehr hohen Preis vermarktet werden – mit der Gefahr, dass Dortmund und Lünen bei der Vermarktung möglicherweise noch draufzahlen müssten. (Ludger Wilde, Leiter des Planungs- und Bauordnungsamtes) 

 

Somit scheint sich anzudeuten, dass unsere immer wieder vorgebrachten ökologischen, aber auch wirtschaftlichen Argumente offensichtlich in die Machbarkeitsstudie eingeflossen sind – und überzeugt haben. Das gibt die Hoffnung, dass auch die politischen Gremien, die im 2. Quartal 2012 die Studie diskutieren und letztlich entscheiden werden, sich der oben angedeuteten Einschätzung anschließen werden, und Groppenbruch weiterhin das bleibt, was es ist: ein Grüngürtel von besonderer Bedeutung für die Flora und Fauna im Dortmunder Nordwesten. 

 

An dieser Stelle möchte ich allen danken, die uns beim Kampf für den Erhalt des Groppenbruch bislang unterstützt haben – bei den verschiedenen Aktionen, an den Ständen, beim Unterschriften sammeln. Ich möchte nicht jeden einzelnen nennen, auch nicht jede einzelne Gruppierung (Anwohner, Naturschützer, Landwirte, Jäger etc.) - es sind zu viele, und ich könnte möglicherweisde den einen oder anderen vergessen. Trotzdem: die Bewohner des Hauses Königsheide 138 sind schon etwas Besonderes, was das Bild unten wieder einmal beweist. Danke Franny und Nils!

 

Dennoch: wir dürfen auch nicht zu übermütig werden. Auch wenn die Machbarkeitsstudie zeigt, dass eine Ansiedlung von Gewerbe problematisch ist, schließt dies letztlich nicht aus, dass die großen Parteien SPD und CDU auch weiterhin auf einer Vermarktung beharren werden – gleichgültig für welchen Preis. 

 

Eine Reaktion der CDU von heute (12.01.2012) geht bereits in diese Richtung: „Groppenbruch nicht vorschnell totreden“. Nach Rücksprache mit der Wirtschaftsförderung hält die Rats-CDU (noch) an Groppenbruch fest. Auch die Mengeder CDU sieht allein die möglichen neuen Arbeitsplätze, die ein Gewerbegebiet bringen könnte. So äußern sich Gerhard Kuck und Joachim Farnung in der Westfälischen Rundschau von morgen (13.01.2012). 

 

Bei der SPD in Mengede ist plötzlich ein unerwarteter Wandel eingetreten. Für sie kommt ein Industriegebiet Groppenbruch "überhaupt nicht in die Tüte" (Werner Locker). Und auch Bruno Wisbar meint: Gropppenbruch soll "zum gegenwärtigen Zeitpunkt unangetastet bleiben" (WR vom 13.01.2012). Bislang waren da andere Töne zu hören, und ich kann mich nicht daran erinnern, einen der SPD-Leute bei einer unserer Aktionen gegen eine Gewerbe-Ansiedlung im Groppenbruch gesehen zu haben. Im Gegenteil: noch vor ein paar Monaten hatten sie dem Masterplan Wirtschaftsflächen, der "Achenbach 2.0" (so heißt Groppenbruch inzwischen offiziell) als  Industrie-/Gewerbefläche vorsieht, zugestimmt. Aber es ist ja Wahlkampfzeit (Wahl-Wiederholung) und da dreht man schnell mal sein Fähnchen nach dem Wind, der plötzlich aus einer ganz anderen Richtung weht.

 

 

 

Pressemitteilung vom 12.01.2012:

 

Die von der Stadt erarbeitete Machbarkeitsstudie zu den Planungen für das Gewerbegebiet Groppenbruch macht deutlich, dass der Aufwand für die Entwicklung der Fläche offenbar so

groß ist, dass eine mögliche Vermarktung in Frage gestellt ist.

 

Dazu Ratsmitglied
Axel Kunstmann für den Stadtbezirk Mengede: „Die nunmehr bekannt gewordenen vorläufigen Ergebnisse der Machbarkeitsstudie freuen uns als GRÜNE im Rat und vor

Ort ebenso wie die zahlreichen MitstreiterInnen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppierungen, die sich gegen die Zerstörung eines wertvollen Grüngürtels im Dortmunder Nordwesten

einsetzen. Anscheinend teilen die Gutachter unsere Einschätzung, dass die ökologischen Argumente gegen eine Umwandlung des Gebietes gravierend sind. Damit gehen die ökonomischen

Belastungen für den nötigen Ausgleich und die Erschließung einher, die die Kosten für die Vermarktung in die Höhe treiben. Vorausgesetzt, dass die fachliche Bewertung in der Endfassung

der Studie aufrechterhalten bleibt, gehen wir davon aus, dass die politischen Gremien sich Vernunftgründen nicht verschließen und das ökologisch verheerende Projekt endgültig aufgeben.“

 

Dazu Fraktionssprecherin und Planungsausschussvorsitzende
Ingrid Reuter: „Eine Entscheidung gegen die Ausweisung der Fläche Groppenbruch würde auch der aktuell geäußerten Absicht

der Landesregierung entsprechen, den Freiflächenverbrauch in NRW drastisch einzuschränken und der Revitalisierung von Flächen den Vorzug zu geben. Ein Umdenken ist auch

angesichts der Begehrlichkeiten der Wirtschaftsförderung notwendig, die weitere Flächen wie Osterschleppweg und Buddenacker versiegeln will, ganz zu schweigen von der landschaftszerstörerischen

Planung für die L 663 n. Sobald die Machbarkeitsstudie vorliegt und der Rat seine Arbeit ordnungsgemäß wahrnehmen kann, wird sich der Planungsausschuss erneut mit Groppenbruch

beschäftigen. Spätestens dann wird sich zeigen, ob CDU und SPD für vernünftige Argumente zugänglich sind und die getroffene Entscheidung rückgängig machen.“

 
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