| Groppenbruch: Kreuze-Aktion (März 2011) |
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Die Kreuze-Aktion am Samstag, 12. März 2011, ist ein Riesenerfolg. 30-50 Personen hatten wir bei der Polizei angemeldet, knapp 200 sind gekommen (Erich hat genau 185 gezählt!): Groppenbruch-Anwohner, Landwirte, Jäger, Naturschützer, Grüne aus Dortmund und Lünen sind dabei. Wer konnte das ahnen! Mit solch einer Resonanz hatte keiner von uns gerechnet. Aber Heribert Lohmüller von der Mengeder Polizei und seine Kollegin, die die Aktion begleiten, haben alles im Griff. Der „Kreuzzug in die Natur“ (Ruhr-Nachrichten) - und für die Natur - wird begleitet von Trauermusik, die das Bläsertrio Helmut, Christian und sein Sohn anstimmen. Erich Kretzschmar (vom NABU) erläutert beim ersten Halt der Prozession die Bedeutung des Groppenbruchs für die Tierwelt, Dietrich Büscher (ebenfalls NABU) verweist danach auf die seltenen Pflanzenarten in diesem Bereich.
Nach der Rückkehr des Zugs zum Ausgangspunkt halte ich meine Trauerrede.
Für Interessierte hier im Wortlaut:
Liebe Gemeinde – der Flora- und Fauna-Schützer, der Heger und Pfleger, der Freiraumbewahrer, liebe Trauergäste, - im 1. Buch Mose gibt Gott uns Menschen den Auftrag seine Schöpfung zu bewahren und verantwortungsvoll mit ihr umzugehen. - Einen Auftrag, den wir Menschen leider viel zu häufig an die Seite drängen, vergessen oder nicht wahr haben wollen. - Da sind uns Straßen und Schornsteine, Fabriken und Fließbänder wichtiger als Wiesen und Wälder, Bäche und Biotope. - Da liegen uns Wirtschaftsförderung und Haushaltssanierung mehr am Herzen als Grüngürtel und Artenschutz. - Doch wir wollen bedenken: bedrohte Tierarten, schützenswerte Pflanzen haben keinen Anwalt, der sich für sie einsetzt. - Es sei denn, wir erinnern uns an den Auftrag, den Gott uns Menschen gleich am Anfang der Zeit mit auf den Weg gegeben hat und den wir ernst nehmen müssen. - Wir Menschen sind seine Stellvertreter auf Erden und wir haben von ihm die Anweisung erhalten, uns für die geschundene Natur einzusetzen und den Raubbau an der Schöpfung auf ein Minimum zu reduzieren. - Schauen wir uns um, wie herrlich hat der Schöpfer diese, unsere Welt geschaffen. - „Und es war sehr gut“, so erfahren wir in der Genesis.Und „sehr gut“ soll es auch bleiben; dafür müssen wir Menschen hier an dieser Stelle sorgen. Das ist unsere Aufgabe. Und an diesem Auftrag müssen wir weiterarbeiten. - Und darum sind wir heute hier.Wir wollen uns mit aller Kraft dafür einsetzen, dass diese Idylle, dieser Grüngürtel, diese Frischluftschneise, dieses ökologisch so wichtige Gebiet so bleibt, wie es heute noch ist. Tiere, Pflanzen und Menschen bilden hier noch eine Einheit. Und das soll auch weiterhin so bleiben. - 60 Kreuze weisen darauf hin, dass diese Harmonie jedoch bedroht ist, gestört von uns Menschen. Tiere müssen fliehen, Pflanzen werden vernichtet, Menschen werden vertrieben, sollten die Pläne der Stadtoberen von Dortmund und Lünen Realität werden. - Mögen diese Menschen in sich gehen und einsichtig werden, und erkennen, wie wichtig diese Fläche für Mensch und Tier, für Flora und Fauna ist. - Die Schöpfung bewahren, die Natur erhalten und pflegen, die Arten schützen: das muss unser Ziel sein, das ist der Auftrag, den Gott uns mit auf den Weg – hier auf den Brockenscheidter Weg – gegeben hat. - Lasst Groppenbruch so wie es ist; denn es ist schön so. - Lassen wir uns dieses ökologisch wichtige Gebiet nicht kaputt machen. - Darum rufe ich den Naturvernichtern und Grünkaputtmachern in Dortmund und Lünen zu: Hände weg von Groppenbruch. Keine Industrie auf diesem Stück Grün. Groppenbruch muss eine Heimat für bedrohte Tiere und schützenswerte Pflanzen bleiben. Groppenbruch muss uns Menschen weiterhin den Freiraum bieten, den wir brauchen. So sei es.
Erika Roß, Fraktionssprecherin der Lüner Grünen im Rat, weist die Anwesenden anschließend darauf hin, dass es genug Gewerbeflächen in Lünen gibt, die noch nicht vermarktet sind. Ein Industriegebiet in Groppenbruch wird nicht gebraucht. Dann werden die 60 Kreuze mit den Fotos der bedrohten Tierarten auf der Vedder-Wiese Kreuz für Kreuz in die Erde gerammt. Auf dem Trauerflor über den Fotos stehen die Namen der gefährdeten Tiere und jeder Träger liest den Namen seines Tieres vor. Landwirt Timmermann hat auf seinen Heuwagen die alten Groppenbruch-Transparente von 2004 gespannt und stellt ihn dekorativ hinter das Kreuze-Meer. Am Vormittag hatte sich bereits ein Gruppe von uns auf dem Mengeder Markt versammelt (Dietrich, Petra, Raimund, Mario, Helmut und die Mengeder Grünen), eine weitere vor dem Rewe Tober in Brambauer (Wilhelm, Christian, Markus und die Lüner Grünen), um die Kreuze der Öffentlichkeit vorzustellen. Eine "großartige Resonanz" in Brambauer verkündet Bernd Bruns, als er mit seinen Jäger-Kollegen auf dem Markt in Mengede erscheint, wo wir Stand und Stellwand aufgebaut haben und weiter Unterschriften gegen das geplante Industriegebiet sammeln. Und nicht minder erfreulich ist das Interesse der Marktbesucher in Mengede, zumal sich dabei auch noch die Gelegenheit ergibt, über die unausgegorene Idee eines Straßenstrichs in Oestrich zu wettern. Und so können wir an diesem Tag weitere 300 Unterschriften gegen eine Industrieansiedlung zwischen Mengede und Lünen-Brambauer sammeln. Das macht inzwischen zusammen 1.800 Menschen, die gegen die Pläne der Städte Dortmund und Lünen protestieren.
Hier die zahlreichen Presse-Reaktionen auf unsere Kreuze-Aktion: Groppenbruch Protest gegen Gewerbegebiet
Lünen, 08.03.2011, DerWesten Brambauer/Dortmund. Mit einer Protestaktion wollen die Grünen aus Mengede und Lünen am Samstag ihre ablehnende Haltung gegenüber einem interkommunalen Gewerbegebiet Groppenbruch bekräftigen. In den beiden Stadtverwaltungen in Lünen und Dortmund wird derweil an einer Machbarkeitsstudie gearbeitet, die voraussichtlich im Mai vorliegen könnte. Zusammen mit Landwirten, Jägern, Naturschützern und Anwohnern wollen die Grünen aus Mengede mit Unterstützung der Kollegen in Lünen 60 Kreuze am Rande des Geländes aufstellen, auf dem ein interkommunales Gewerbegebiet entstehen könnte. Diese Kreuze sollen auf Tierarten hinweisen, die aus Sicht der Kritiker durch eine Gewerbe- oder Industrieansiedlung aus diesem Bereich vertrieben würden. Laut den Grünen soll es sich dabei um Vögel, Reptilien, Amphibien und Säugetiere handeln, die zum großen Teil auch auf der Roten Liste der schützenswerten Tierarten stehen. Die Kreuze sollen um 14 Uhr aufgestellt werden, schon morgens werden sie auf dem Mengeder Markt und in Brambauer vor Rewe Tober gezeigt. Die Grünen verweisen ferner darauf, dass bisher 1500 Unterschriften für den Erhalt der Fläche gesammelt worden seien. In den beiden Stadtverwaltungen wird derweil mit Hochdruck an der Machbarkeitsstudie für ein interkommunales Gewerbegebiet gearbeitet. Die Federführung dabei habe die Dortmunder Seite, dort vor allem die Wirtschaftsförderung, erläuterte gestern Beigeordneter Matthias Buckesfeld. Lünen liefere dazu die nötigen Daten, die aus der Stadt an der Lippe benötigt würden. Auch Umweltfragen seien dabei bereits ein Thema, aber auch Fragen wie Eigentumsverhältnisse. Liegt die Studie vor, dann müsse sie in beiden Städten beraten und das weitere Vorgehen entschieden werden. Fragen des Arten- und Naturschutzes seien später auch Teil der Erörterungen, die im Rahmen des normalen Planungsverlaufs für die Änderung der Flächennutzungs- und Bebauungspläne betrieben werde.
13.03.2011 14:29 Uhr Streit um Groppenbruch"Kreuzzug" der Umweltschützer LÜNEN Mit einem friedlichen Protestzug, viel Leidenschaft und voller Optimismus organisierten Vertreter von Bündnis 90 / Die Grünen aus Lünen und Dortmund gemeinsam mit Landwirten, Jägern, besorgten Anwohnern und Umweltaktivisten am Samstag ihren Protest gegen die mögliche Umwandlung des Gebietes Groppenbruch in ein Industriegebiet. Von Michael Blandowski· Ausgestattet mit einem Holzkreuz zogen Vertreter der Lüner und Dortmunder Grünen zu einer Protestbewegung gegen die Industrialisierung des Gebietes Groppenbruch an der Stadtgrenze Dortmund/Brambauer aus. (Foto: Blandowski) „Wir wollen mit unserer Kreuze-Aktion die Bürger aufwecken und zugleich einen Appell an die Bevölkerung richten“, so Ingbert Kersebohm, Ratsherr der Lüner Grünen .
13.03.2011 15:25 Uhr Kreuzzug in die Natur GROPPENBRUCH Einen "Kreuzzug" der besonderen Art organisierten die Mengeder Grünen am Rande des Naturschutzgebietes Groppenbruch. Von Matthias vom Büchel · Mit einem Marsch zum Brockenscheidter Weg an dem sich auch die Grünen aus Lünen Brambauer beteiligten, protestierten sie am Samstag gegen das interkommunale Industriegebiet Groppenbruch. 60 Kreuze Trauerrede 1800 Unterschriften
Protest Mit Kreuzen gegen Groppenbruch Brambauer, 13.03.2011, Christian Chmel Groppenbruch/Brambauer. Rund 200 Menschen haben am Samstag gegen ein mögliches Industriegebiet im Groppenbruch demonstriert – darunter Vertreter der Grünen und von Naturschutzverbänden. Auch Landwirte und Jäger schlossen sich an. Sie trugen dort symbolisch bedrohte Tierarten zu Grabe. Geworben für ihren Protest hatten die Umweltschützer im Vorfeld mit einer Todesanzeige, auf der Namen von rund 60 Tieren aufgelistet waren. „Wir alle hatten unser Zuhause in Groppenbruch“, steht darauf. Und Samstagmittag wurden für die Geburtshelferkröte, Feldlerche, Blindschleiche und andere Arten symbolisch Holzkreuze am Brockenscheidter Weg aufgestellt. „Es gibt in Lünen noch genug Gewerbeflächen“ Zuvor hatte die Trauergemeinde die Kreuze bei einer Prozession durch das Gebiet getragen. Abgerundet wurde das Szenario durch tiefe Töne eines Bläsertrios. Axel Kunstmann, Stadtbezirksvorsitzender der Mengeder Grünen, beklagte in einer Trauerrede den Tod der Tiere. Diese hätten sterben müssen, weil Politikern „Wirtschaftsförderung mehr am Herzen lag als Artenschutz“. Demgegenüber sehe man sich als „Anwalt der geschundenen Natur“. Der Auftrag des Menschen sei, „die Schöpfung zu bewahren“. Seit bekannt ist, dass Mehrheiten in den Rathäusern in Dortmund und Lünen ein Planverfahren für ein interkommunales Gewerbe- bzw. Industriegebiet Groppenbruch forcieren, seien bis dato auch rund 1500 Unterschriften dagegen gesammelt worden. Darauf verwies Samstag Isabella Knappmann, Sprecherin der Grünen in der Mengeder Bezirksvertretung. Und Erika Roß, grüne Fraktionschefin im Rat der Stadt Lünen, sagte: „Es gibt in Lünen genug Gewerbeflächen, die noch nicht vermarktet sind.“ Gegen das Vorhaben im Groppenbruch könne ihre Partei deswegen nur „vehement protestieren“. Andere Gegner einer Gewerbeansiedlung äußerten sich ähnlich: „Es müssten heute eigentlich viel mehr als 60 Kreuze aufgestellt werden“, so Dr. Erich Kretzschmar (NABU) mit Blick auf die Tier- und Pflanzenvielfalt vor Ort. Es sei „dokumentiert, welchen Wert dieses Gebiet für die Natur hat“. Und Dietrich Büscher (ebenso NABU) verwies auf seltene Arten im Planungsbereich, die auf der Roten Liste NRW als besonders schützenswert eingestuft seien. Büscher hatte hierzu 2010 auch eine Dokumentation erstellt. Ein Argument der Naturschützer ist nicht zuletzt, dass Groppenbruch zu einem Biotopverbund gehöre.
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