Hände weg vom Groppenbruch! (2011) PDF Drucken E-Mail
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Der Kampf um den Erhalt des Grünzugs an der Grenze zu Lünen-Brambauer geht auch in 2011 unvermindert weiter.

Unter dem Motto "Hände weg vom Groppenbruch! Nein zum geplanten Industriegebiet!" laden wir Mengeder Bündnisgrüne zum 2. Groppenbruch-Treffen ein.

 

 

 

Das 2. Groppenbruch-Treffen am 01. Februar 2011 ist ein Riesen-Erfolg. Im "Rabeneck" müssen zusätzliche Tische im großen Saal angeordnet werden, so viele interessierte Bürgerinnen und Bürger sind erschienen. Dabei sind: viele Groppenbruch-Anwohner, Jäger (u.a. Bernd Bruns), Naturschützer (u.a. Gerhard Hallmann von der AGARD) und auch grüne OV-Mitglieder. Manfred hat sogar die drei Transparente, die wir vor sechs Jahren auf den Heuwagen von Bauer Timmermann gespannt hatten, wiedergefunden. Die können wir heute gut gebrauchen, denn die Rundschau hat einen Fotografen vorbeigeschickt, der uns alle mit großem Groppenbruch-Transparent ablichtet. Ich werde Herrn Matzanke dann später über den Verlauf des Abends informieren. Karl-Heinz Scharf nimmt sich anschließend dieses Transparents an - und zwei Tage später ist es für jeden, der nach Brambauer will, gut sichtbar über die Groppenbruch- Wiesen hinweg zu sehen. Isabella erklärt noch einmal, warum Groppenbruch für die Sanierung des Dortmunder Haushalts so wichtig ist. Dann werden die nächsten Aktionen geplant. Und an Ideen mangelt es wirklich nicht. Dass diese Planungen an dieser Stelle nicht offengelegt werden, dafür wird vermutlich jeder Verständnis haben - sonst ist es ja keine Überraschung mehr.

Was besonders freut, ist, dass in der Zwischenzeit weitere 323 Unterschriften gegen ein Industriegebiet an der Grenze zu Lünen-Brambauer von den Groppenbruchern gesammelt wurden. Dafür ein besonderer Dank an Franny und Brigitte. Nils und Franny haben außerdem an diesem Wochenende auch ihr Haus an der Königsheide mit dem Groppenbruch-Banner geschmückt. Und man sieht deutlich: es tut sich was im Dortmunder Nordwesten. 

 

 

 

 

Zweites Groppenbruch-Treffen 

323 neue Unterschriften gegen das geplante Industriegebiet an der Grenze zu Lünen-Brambauer hatten die Groppenbrucher in den letzten Wochen gesammelt, Flugblätter in der Nachbarschaft verteilt und über die Pläne der Stadt informiert. So konnten sie dem Sprecher der Mengeder Grünen, Axel Kunstmann, eine prall gefüllte Mappe zum 2. Groppenbruch-Treffen überreichen, das an Dienstagabend im „Rabeneck“ stattfand.Kunstmann war überwältigt und rechnete nach: „Inzwischen haben schon fast 1.500 Bürger per Unterschrift ihren Unmut über das Projekt ‚Industriegebiet Groppenbruch‘ zum Ausdruck gebracht.“

Der Groppenbruch soll so bleiben, wie er ist. Das war auch die einhellige Meinung der zahlreich erschienenen Teilnehmer dieser Versammlung. „Wir haben in Dortmund genug Industriebrachen, die genutzt werden könnten. Warum muss hier ein Stück Natur unnötig zerstört werden? Ich will auch weiterhin im Groppenbruch spazieren gehen und Rad fahren“, äußerte eine Anwohnerin.

Isabella Knappmann, Fraktionssprecherin der Bündnisgrünen in der Bezirksvertretung Mengede, erläuterte die Hintergründe. „Für die nächsten 10 Jahre sind in Dortmund genügend erschlossene Flächen vorhanden, die genutzt werden könnten. Es sind in erster Linie die Lüner, die Bedarfe an Freiflächen haben. Dem gegenüber möchte Dortmund seine desolate Haushaltslage durch den Verkauf solcher Grundstücke verbessern. Gelder möglicher Investoren werden dabei eingeplant. Auf Erlöse aus erfolgreichen Grundstücksverkäufen können Kredite  aufgenommen werden. Das verbessert kurzfristig den städtischen Haushalt. Bloß: realisieren die Investoren später ihre Projekte nicht, kann das Gelände nach Fristüberschreitung an die Stadt Dortmund zurückfallen. Dann hätte die Stadt in fünf Jahren ein noch größeres Defizit.“

„Gibt es denn solche Investoren?“, bohrte ein Teilnehmer nach. Gerüchteweise will man von einem Großschlachthof, sogar von einer Zinkhütte gehört haben. Doch konkrete Anfragen sind bislang nicht bekannt und so geistert das Gespenst von verlassenen, nachts hell erleuchteten Straßen in einer grauen Einöde durch die Reihen. Ein ehemaliger Grünzug könnte zur Wilden Deponie verkommen.

Sollte eines Tages doch Industrie im Groppenbruch angesiedelt werden, würde dies für die betroffenen Anwohner Betrieb rund um die Uhr bedeuten. Die Königsheide und weitere Straßen müssten sicherlich ausgebaut werden. Das Verkehrsaufkommen würde rapide zunehmen.„Und die Tiere, die diesen Bereich und die angrenzenden Naturschutzgebiete zurzeit bevölkern, werden nicht zur Ruhe kommen“, ergänzte Gerhard Hallmann von der AGARD. „Die Salamander und Molche, Kröten und Frösche, Eidechsen und Schlangen können wir dann vergessen.“  Die anwesenden Jäger stießen in das gleiche Horn. „Fasanen, Rehe und Hasen werden diesen Bereich zukünftig meiden“, erklärte Bernd Bruns von der Kreisjägerschaft Emschergau. Die Waidmänner wollen dieses Gebiet auch weiterhin hegen. Dies ist jedoch nur möglich, wenn der Groppenbruch auch weiterhin landwirtschaftlich genutzt wird.

„Und über die Arbeitsplätze, die in der Landwirtschaft verloren gehen, darüber spricht keiner. Hier stehen Existenzen auf dem Spiel“, beklagte sich Manfred Jockheck, stellvertretender Bezirksbürgermeister in Mengede. „Eine Ausgleichsfläche in der Soester Börde bringt unseren Landwirten nichts.“ 

Alle Beteiligten waren sich darin einig, dass dieser ökologisch wertvolle Grünzug, dieser Freizeitbereich, diese Frischluftschneise erhalten bleiben muss und dass weitere Aktionen stattfinden müssen, um noch mehr Bürgern die wichtige Bedeutung des Groppenbruch vor Augen zu führen. Die Planungen hierfür stehen bereits und sollen dann im Laufe der nächsten Monate umgesetzt werden. Und so sprachen einige der Anwesenden schon jetzt von einem „Groppenbruch 21“.

 

 

Die Pressemitteilung erscheint zuerst in der WR/WAZ unter dem Titel "1500 Unterschriften gegen Industriegebiet - Zweites Treffen zur Zukunft des Groppenbruchs - Rapider Verkehrszuwachs befürchtet - Grünzug soll erhalten bleiben" (09. Februar 2011), dazu das Gruppenbild derTeilnehmer des Treffens mit Transparent.

Die RN berichten zwei Tage später über "Groppenbruch 21" (11. Februar 2011). Frau Dönnewald hatte mich am Telefon gelöchert, dass ich auch noch etwas zu den weiteren Aktionen sagen sollte und so kommt bereits jetzt die geplante Kreuze-Aktion in die Presse: "35 Kreuze, eines für jede gefährdete Vogelart" werden schon in Kürze aufgestellt, verrät Kunstmann. Jetzt ist es raus und nicht mehr zu ändern. Aber bestimmt kein Weltuntergang. Auch sehr schön: Nils und Frannys Groppenbruch-Banner am Haus ziert dann den RN-Artikel noch besonders.

Auch in der Februar-/März-Ausgabe von "Wir in Mengede" ist die Pressemitteilung später abgedruckt.

 

Presse machen auch die Naturschutzverbände: BUND und NABU plädieren für ein Naturschutzgebiet, denn der Landschaftsraum Groppenbruch bietet eine Vielzahl an seltenen Moosen, Flechten und Pilzen (WR/WAZ und RN vom 17. Februar 2011).

 

Währenddessen laufen die Vorbereitungen für die Kreuze-Aktion auf vollen Touren: Uli hat bereits 27 Kreuze zusammengezimmert, von Franny kommen dann noch 33 weitere Kreuze hinzu - also bedeutend mehr als zunächst vorgesehen. Da können wir auch noch einige schützenswerte Reptilien und Amphibien in unsere Sammlung aufnehmen. Die Kreuze sollen zudem mit einem Photo der bedrohten Tierart versehen werden (mit Namen und Trauerflor). Und eine entsprechende Traueranzeige soll es auch noch geben.

 

 

 

 

 

Das 3. Groppenbruch-Treffen am 1. März 2011 ist wiederum ein voller Erfolg. 27 Personen finden im ‚Kleinen Saal‘ des „Rabeneck“ kaum Platz. Unter den Anwesenden befinden sich viele bekannte, aber auch eine ganze Reihe neuer Gesichter. Geplant wird in erster Linie die Kreuze-Aktion, die am Samstag, 12. März, um 14 Uhr am Brockenscheidter Weg stattfinden soll. Zuvor soll auf dem Mengeder Markt, sowie vor dem Rewe in Brambauer auf die Aktion hingewiesen werden. Isabella hat die rechtliche Seite abgeklopft. Viele organisatorische Einzelheiten sind noch im Vorfeld zu klären. Die Presse ist zu informieren.

Nils hat zudem einen neuen Flyer entworfen, der die Anwohner auf die Aktion hinweisen soll. Diese ‚Traueranzeige‘ soll auch im Westanzeiger veröffentlicht werden. 

Neben der Kreuze-Aktion steht auch die Einwohnerfragestunde der Bezirksvertretung Mengede auf dem Programm. Für die BV-Sitzungam morgigen Mittwoch werden Fragen überlegt. Außerdem reifen die nächsten Aktivitäten heran. Diese sollen auf den kommenden Groppenbruch-Treffen geplant werden, die jetzt wohl jeden ersten Dienstag im Monat stattfinden sollen.

Und ... weitere 105 Unterschriften wurden in der Zwischenzeit gesammelt.

 

 

Die Einwohnerfragestunde am 2. März zeigt deutlich, wie unangenehm den Lokalpolitikern das Thema Groppenbruch ist. Brigitte will in der Fragestunde wissen, welche Investoren denn bereits Interesse für das Groppenbruch-Areal bekundet haben. Nach kurzer Rücksprache mit Michael Konrad teilt Bezirksbürgermeister Bruno Wisbar daraufhin lapidar mit,  dass über „laufende Verfahren“ keine  Auskunft erteilt werden kann.

Nachdem am Wochenende die Medien in Dortmund und Lünen über die Kreuze-Aktion informiert worden waren, erscheint bereits am Dienstag (8. März 2011) in der Lüner Presse (WR/WAZ) ein großer Artikel über unseren „Protest gegen Gewerbegebiet“. Darin geht es auch um die Machbarkeitsstudie, an der die Stadtverwaltungen in Dortmund und Lünen zurzeit intensiv arbeiten. 

Der Westanzeiger bringt am Mittwoch (9.März 2011) unsere Traueranzeige „Wir alle hatten unser Zuhause in Groppenbruch“. Resonanz: „originell“! 

Inzwischen ist auch die Genehmigung für die Kreuze-Aktion („Prozession von Brockenscheidter Weg hinter der Zufahrt zur Halde bis zur Kurve im Verlauf des Brockenscheidter Wegs“) durch die Polizei eingetroffen. Die Genehmigung für den Stand am Mengeder Markt liegt ebenfalls vor. Die Tierfotos sind an die Kreuze getackert. Neue Flugblätter sind gedruckt. Eine Vielzahl von organisatorischen „Kleinigkeiten“ ist über die Bühne. Jetzt kann es Samstag losgehen: 14 Uhr am Brockenscheidter Weg.

 

Weitere Informationen zum Kampf gegen ein Industriegebiet Groppenbruch finden Sie auf den anderen Groppenbruch-Blogs: z.B. Groppenbruch: Kreuze-Aktion; Groppenbruch-Treffen; 31,7 % gegen Groppenbruch; Sachstand Groppenbruch/Achenbach 2.0 und Groppenbruch: Zwischen Schwerindustrie und Naturidylle.

 

 
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