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Hände weg vom Groppenbruch! (2010) 

 

Der Kampf um den Erhalt der Grünflächen und Freiräume im Dortmunder Norden geht weiter. Nach dem Sonntagsspaziergang durch den Groppenbruch vom 19. September 2010, an dem neben vielen anderen auch der Dortmunder Wirtschaftsförderer Udo Mager teilnahm (links mit der roten Jacke), bleiben die Fronten auch weiterhin verhärtet.

 

Während die Naturschützer weiter für den Erhalt des Areals in seiner jetzt bestehenden Form kämpfen, zeigen die Dortmunder und Lüner Genossen Einigkeit, dass sie dieses Gebiet mit Gewerbe-, sogar Industrieansiedlung vollpflastern wollen. Über deren Ortstermin berichten WR (27.10.) und RN (28.10.) ausführlich. Dabei zeigt sich, dass in erster Linie die Lüner SPD dringend weitere Gewerbeflächen benötigt. Und wenn Lünen pfeift, springen die Dortmunder Sozialdemokraten.

Auf der anderen Seite gründet sich am 16. Oktober die „Dortmunder Initiative gegen Freiraumfraß“, die zwei Wochen später (am 30. Oktober) einen Aktionstag auf dem Reinoldi-Kirchplatz durchführt. Daran beteiligt sind neben den Dortmunder Grünen auch BUND, NABU, AGARD, Greenpeace, die Schutzgemeinschaft gegen Fluglärm, die BI Rhader Hof und BI Dorstfeld Aktiv sowie weitere Gruppierungen. Die Mengeder Grünen sind ebenfalls mit vier Leuten dabei. Die folgende Pressemitteilung weist auf die Teilnahme an der gemeinsamen Aktion hin: 

 

Zusammen mit den Naturschutzverbänden und örtlichen Landwirten werden die Mengeder Bündnisgrünen am kommenden Samstag (30.10.2010) von 9 – 14 Uhr auf dem Reinoldi-Kirchplatz über den Ausverkauf von Freiflächen im Dortmunder Stadtgebiet informieren.BUND, NABU und AGARD sowie die Grünen im Rat und in den Ortsverbänden haben sich zur „Dortmunder Initiative gegen Freiraumfraß“ zusammengeschlossen.Dabei geht es nicht nur um das geplante Gewerbegebiet Groppenbruch an der Grenze zu Lünen sondern auch um die Freiflächen Buddenacker und Osterschleppweg, das Areal am Flughafen in Wickede, das die Stadt Dortmund an die Dortmunder Stadtwerke verkaufen will. Hier sollen ökologisch wertvolle Flächen vermarktet werden, weniger um Gewerbe anzusiedeln und neue Arbeitsplätze zu schaffen als vielmehr um mittels riskanter fiskalischer Geschäfte den maroden Haushalt der Stadt zu sanieren. 

 

 

Außerdem wird der Antrag der Grünen Fraktion in der Bezirksvertretung Mengede, der zusammen mit der SPD (!) gestellt wird, am 10.11.2010 einstimmig verabschiedet. 

 

Die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und SPD stellen den Antrag, eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme von Flora und Fauna im gesamten Bereich Groppenbruch durchführen zu lassen, um den Stellenwert des Gebiets  herausarbeiten zu können.

 

Begründung:

Bislang liegen keine ausreichend aktuellen und detaillierten, wissenschaftlich fundierten Angaben zum Fauna- und Florabestand im Groppenbruch vor.

Für eine eventuelle Ausweisung und  Entwicklung eines Teils des Groppenbruch zu einem interkommunalen Gewerbegebiet, einer kleingewerblichen oder industriellen Nutzung, ist dies jedoch maßgeblich entscheidend.

Darüber hinaus können Maßnahmen zum Schutz der Tier- und Pflanzenpopulationen sowie des notwendigen Biotopnetzes auf einer fundierten Datenlage entwickelt werden.

  

 

Nochmals auf die Bedeutung des Groppenbruch für Flora und Fauna weisen auch die Naturschutzverbände bei ihrem Pressetermin am 30. November hin.

 

Dr. Erich Kretzschmar (NABU) betont, dass 35 Vogelarten, die in diesem Gebiet zu finden sind, „planungsrelevant“ sind; d.h. sie müssen beim Erstellen eines Umweltgutachtens besonders berücksichtigt werden. Gerhard Hallmann (AGARD) nennt sieben Amphibien- und zwei Reptilienarten, „darunter die gefährdete Kreuzkröte“, die im Groppenbruch zu Hause sind. Und Dietrich Büscher (BUND) hat 129 gefährdete und schützenswerte Pflanzenarten entdeckt, die z.T. auch auf der Roten Liste stehen. Somit gibt es nur ein Fazit: Die Naturschutzverbände werden alle Hebel in Bewegung setzen, um ein interkommunales Gewerbegebiet zu verhindern. Man werde diesen Bereich „nicht kampflos aufgeben“, verspricht  Thomas Quittek (BUND).

 

Sowohl Ruhr Nachrichten („Naturschutz: Artenvielfalt in Gefahr“), als auch WR/WAZ („Landschaftsraum nicht kampflos aufgeben“) berichten am Mittwoch, 1. Dezember, ausführlich über dieses Pressegespräch. 

 

Aber auch wir Mengeder Grünen planen weitere Aktionen. Auf einer speziellen Ortsverbandssitzung, ebenfalls am 30. November,  steht allein das Thema „Groppenbruch“ auf der Tagesordnung. Auch die Pressemitteilung, die auf das Treffen hinweist, zeigt Erfolg: wir dürfen etliche Gäste begrüßen, die unsere weiteren Aktionen unterstützen wollen. Und so werden an diesem Abend auch eine Vielfalt an Ideen geboren, - die an dieser Stelle natürlich noch nicht verraten werden - die es aber nun abgespeckt umzusetzen gilt. 

 

Auf einer außerordentlichen Ortsverbandssitzung am kommenden Dienstag (30. November 2010) werden sich die Mengeder Bündnisgrünen ausschließlich mit dem Thema „Groppenbruch“ beschäftigen.Nachdem die Fraktionen von SPD und CDU in der Bezirksvertretung Mengede und im Rat der Stadt Dortmund  dem „Masterplan Wirtschaftsförderung 2010“ und damit den Planungen für ein interkommunales Gewerbegebiet im Groppenbruch zugestimmt hatten, hatten die Grünen zusammen mit den Naturschutzverbänden zu verschiedenen Aktionen aufgerufen. Über 1000 Unterschriften wurden innerhalb kürzester Zeit bei den beiden letzten Spaziergängen durch das ökologisch bedeutsame Gebiet und an den Info-Ständen auf dem Mengeder Markt und an der Reinoldi-Kirche gesammelt.Jetzt sollen weitere Aktionen folgen, um zu verhindern, dass dieser für Dortmunds Westen so wichtige Grünzug eines Tages durch Gewerbe-, gar Industrieansiedlung zerstört wird.   Bündnis 90/Die Grünen Mengede und alle am Erhalt des Groppenbruch Interessierten treffen sich um 19 Uhr in der Gaststäte „Rabeneck“ (Siegburgstraße/ Ecke Dönnstraße), um weitere Aktivitäten zu planen.

 

 

So entsteht auch als erstes ein neues Flugblatt gegen das geplante (jetzt:) Industriegebiet, das noch in der Vorweihnachtszeit und im Januar verteilt wird. Hier findet sich auch schon die Ankündigung zum nächsten (2.) Groppenbruch-Treffen am 01. Februar 2011 im "Rabeneck".

 

 

Auf dem Mengeder Nikolausmarkt am 03. Dezember 2010 spricht mich Reiner Schwalm von "Wir in Mengede" an. Er sucht für sein Stadtmagazin immer wieder interessante Artikel. Ob ich nicht gelegentlich den einen oder anderen Artikel schreiben könnte. Das will ich tun und sende ihm meinen aktuellen Groppenbruch-Bericht, der auch in der Dezember-Ausgabe veröffentlicht wird.

 

Am 8. Juli 2010 hatten SPD, CDU und FDP im Rat der Stadt Dortmund beschlossen, die in 2004 eingestellten Planungen zur Ausweisung eines 30 ha großen Gewerbegebiets im Groppenbruch wieder aufzunehmen. Zudem soll nach dem Willen der Dortmunder und Lüner Genossen geprüft werden, ob in diesem Bereich auch Industrieansiedlung möglich ist.Gegen diese Pläne laufen die Mengeder Grünen Sturm. Unterstützung finden sie dabei bei den Naturschutzverbänden, den Grünen im Dortmunder und Lüner Rat, sowie bei den ortsansässigen Landwirten und Jägern – und bei der Mengeder Bevölkerung.Denn über 1000 Unterschriften wurden innerhalb kürzester Zeit bei den beiden letzten Spaziergängen durch das ökologisch bedeutsame Gebiet und an den Info-Ständen auf dem Mengeder Markt und an der Reinoldi-Kirche gesammelt. Und der Kampf gegen die Zerstörung dieses für den Dortmunder Westen so wichtigen Freiraums geht weiter. Auf einer außerordentlichen Ortsverbandssitzung allein zum Thema Groppenbruch wurden jetzt weitere Aktionen geplant. Und auf die weitere Unterstützung der Mengeder Bürger können die Bündnisgrünen zählen, das hat der Abend gezeigt. So werden in den nächsten Monaten immer neue Aktionen auf die Bedeutung dieses Grünzugs hinweisen und aufzeigen, was es bedeutet, wenn Ackerflächen für die Landwirtschaft verloren gehen und wichtiger Lebensraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten zerstört wird. Dies haben inzwischen auch alle Fraktionen in der Bezirksvertretung Mengede eingesehen. Einmütig stimmten sie am 10. November 2010 dem grün-roten Antrag zu, eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme von Flora und Fauna im Groppenbruch durchführen zu lassen. Denn nicht nur die Kreuzkröte ist in diesem Bereich anzutreffen, auch 39 Vogelarten und 57 Pflanzenarten, die auf der Roten Liste NRW zu finden sind, fühlen sich im Groppenbruch heimisch. 

 
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