| 2010-01-19: 30 Jahre Grüne(s) |
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Dienstag, 19. Januar 2010
Die Grünen feiern ihren 30. Geburtstag.
Grund zur Freude bei den Grünen - landesweit, und auch in Mengede.
Am 14. Januar 1980 wurde die Grüne Partei in Karlsruhe aus der Taufe gehoben. Und dies ist auch ein Grund für die Mengeder Grünen dieses freudige Ereignis gebührend zu begehen, besonders da ihr Sprecher – das bin ich – die Anfänge der grünen Bewegung hautnah miterlebt hat - damals in seiner früheren Heimatstadt Hilden bei Düsseldorf.
So beginnt die OV-Sitzung am 19. Januar auch mit einem Rückblick auf die Anfangszeit der Grünen – garniert mit „süßen Atomkraftwerken“ aus Spekulatius, Schokoküssen, Domino-Steinen und Waffelröllchen – bereit zum Vernaschen, sprich Aufessen, so wie damals 1982 am Stand der Grünen auf dem Weihnachtsmarkt in Hilden. Christian Chmel von der WR ist auf der Geburtstagsfeier dabei und berichtet; Jochen Linz macht Photos.
Grüne : Schoko-Kraftwerk zum 30. Geburtstag Nord-West, 21.01.2010, Christian Chmel Mengede. Das 30-jährige Bestehen der Grünen ist dieser Tage vielerorts Anlass für Rückblicke - so auch in Mengede. Der dortige Ortsverband gründete sich zwar erst etwas später in den 1980er-Jahren. Doch ihr Sprecher Axel Kunstmann ist ein Grüner der ersten Stunde. Da durfte bei der letzten Versammlung der Mengeder Grünen eine Rückschau nicht fehlen - bei einer Zeremonie im familiären Rahmen. Und natürlich ging's kreativ zu: Kunstmann hatte gebastelte Miniatur-Atomkraftwerke aus Schokolade und Keks mitgebracht. „Eine Erinnerung an alte Zeiten. Unsere Devise lautete damals: Vernichtet die Atomkraftwerke!" Was sich politisch als harte Nuss erwies, ging symbolisch, Anfang der 1980er auf einem Weihnachtsmarkt im rheinischen Hilden, ganz fix. „Wir haben die für 50 Pfennige verkauft. Und die waren ruckizucki weg", erinnert sich der Sprecher der Mengeder Grünen. Als 1980 aus der ökologisch-pazifistischen Protestbewegung eine Partei wurde, war er dabei: „Unseren Ortsverband in Hilden haben wir mit 40 Leuten im Hinterzimmer gegründet." Kunstmann hat einen Schnappschuss parat: Damals war er auch optisch eines dieser grünen „Schmuddelkinder", mit denen die etablierten Parteien nicht spielen wollten - auch weil die langen Haare, Bärte und Wollpullis irritierten. Kunstmann, heute Gymnasiallehrer, findet, dass die Ideale heute noch dieselben seien: „Wir sind immer noch ökologisch, sozial, basisdemokratisch und gewaltfrei", so der 56-Jährige. „Und auch auf kommunaler Ebene sind es oft dieselben Themen wie früher." Was auch Isabella Knappmann so sieht: „Leider haben sich negative Prognosen erfüllt", meint die grüne Bezirksvertreterin. Die Folgen von damals kritisierten baulichen Großprojekten, eine Gettoisierung in Großsiedlungen mit sozialen Missständen und Integrationsproblemen, seien heute zu beobachten. Forderungen der Grünen auf lokaler Ebene heute wie damals: Erhalt von Grünzonen und Naturschutzgebieten - Ansiedlung von Industrie nur auf Brachflächen, Wohnungsbau nur in schon bestehenden Gebieten. Und auf Bundesebene: „Da sind viele grüne Themen heute Allgemeingut", betont Knappmann. Dass sich die Grünen in 30 Jahren gewandelt haben und sich manche „Fundis" von den „Realos" abgewendet haben, wird am Rande mal angedeutet. Als sich die Grünen in Mengede in den 1980ern gründeten, so Knappmann, sei auch Gotthard Stuhm dabei gewesen. Der trat später aus und saß zuletzt für „Die Linke" in der Bezirksvertretung. cc
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